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Bud Gerigar packt aus
"Ich war eine Schießbudenfigur!"

Auch in der heimischen Voliere (Basteltip: "Wie baue ich meinem Mann eine Voliere") gibt es Sensationen, die sich, was die Brisanz und Aktualität betrifft, nicht hinter herkömmlichen Nachrichten verstecken müssen! Aber lesen Sie selbst:

Der Wellensittich Bud Gerigar, bekannt geworden durch diverse Verwicklungen in die Untersuchung des Todes von Lady Di, packte neulich während eines Gastvortrages in der Schrebergartenkolonie Afföller wahrlich haarsträubende Geheimnisse auf den Tisch. Er sei Opfer einer Entführung geworden, in deren Verlauf er mehrfach zu Rummelplatzaktivitäten gezwungen worden sei und "auch schon mal selber die Schießbudenfigur abgegeben" hätte. Gerigar liess auch illustre Namen aus politischen Kreisen fallen, um die Internationalität des Psittnappings zu unterstreichen, dem er anheimgefallen war. Eine Zuschauerin kommentierte bewegt die Dias: "Es ist einfach grausam, sich mit 200 Kilo Lebendgewicht auf den Futternapf zu setzen. Was der arme Bud da alles ertragen hat, und alles nur aus Prinzip, ich glaube, ich hätte das nicht durchgehalten und Helmut die geforderten sechzehn Prozent gegeben."

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LegaliZelt
Tagetesdealerring gesprengt!

Unter dem Vorwand, die Menschheit mit kostengünstigen Tagetessamen und -jungpflanzen zu beglücken (Heiss&Fettig berichtete hierüber im Juni '98), trat die Initiative LegaliZelt neulich in die Öffentlichkeit des Gärtnerlebens.

Nichtsahnende Kunden wurden allerdings nicht, wie versprochen, mit den heissbegehrten "Indianischen Negele" versorgt, sondern bekamen entsetzlicherweise einen vierhufigen Baldachin aus weisser Kunststoff-Folie per Express zugestellt. Man kann sich das Entsetzen auf den Gesichtern der Tagetes-Erwartenden bildlich vorstellen. Heiss&Fettig ging der Sache selbstverständlich nach und brachte ans Tageslicht, dass allein in einem mittelhessischen Dorf (zur Tarnung hier "Bau-Erbach" genannt) mindestens 14 Haushalte Tagetes bestellt und Baldachine bekommen haben.

Der böse Brief, den die Heiss&Fettig Bösartigkeitsstelle daraufhin per FAX an die Adresse der LegaliZelt-Initiative geschickt hat, ergab, dass hier eine schwerwigende Verwechslung vorlag und die Tagetes-Initiative nicht LegaliZelt heisst, sondern LegaliWohnmobil.

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Schwarzweiss getupfte französische WM-Reizwäsche

Sie haben eine Weltmeister-Torte gemacht, in französischer Spitze präsentiert, und sind trotz aller Bemühungen Luft statt Lust für die andro-metabolischen Bioformen Ihres unmittelbaren Wirkungskreises.
Da hilft nur noch eins:

Zahnpasta

Benutzen Sie weisse Zahnpasta, um Ihrer Spitze sozusagen die Glanzlichter aufzusetzen, ohne die Fussbälle im Stadion nun mal nicht erkennbar sind, und Sie werden erstaunliche Erfolge erzielen!

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Weltmeister-Torte

Auf gehts: Der Fernseher läuft Tag und Nacht, Mann, Sohn und alle anderen testosterongesteuerten Lebensformen in Ihrem trauten Heim ernähren sich fast nur noch von Bier und Fast-Food, die bevorzugte Farbe ist französisches Grün und Ihre französische Reizwäsche ist nicht schwarzweiß gefleckt, was in diesen Tagen der Fussball-Weltmeisterschaft eher negativ ist. Für Sie. Was also tun, um wieder ins soziale Leben Ihrer Hausgemeinschaft integriert zu werden? Fussball gucken? Nein! Es gibt Holsteiner Rindvieh, UND es gibt die WELTMEISTER-TORTE!

Zutaten:
  • 500 Gramm MehlButterEierBadesalz und alles was man für einen gescheiten Tortenboden so braucht (schlagen Sie im Zweifelsfall, falls Sie kein Pi-x-Daumen - Standard-Tortenbodenrezept haben, in einem Kochbuch Ihres unbedingten Vertrauens nach!)
  • Bastlerleim oder eine gut gefüllte Heissklebepistole
  • 40 x 40 cm grüner Filz, rund zugeschnitten
  • 1 übriggebliebene Schokokugel mit Fussball-Design aus den ALDI-Weihnachts-Schokokugel-Päckchen Zuckerguss in weiss
  • 23 bunte MenschAergereDichNicht - Figuren, wahlweise Tippkick-Figuren in der Konstallation 1x schwarzgrün, 11 x irgendne Farbe und 11 x irgendne andere Farbe
  • Zahnstocher und Gardinengewebe, dünne Drähte oder Garn
Backen Sie einen Tortenboden, wie ihn Ihre Mitwohn-Aliens am liebsten essen. Verwenden Sie nun Bastlerleim oder Klebepistole, um den grünen Filz darauf zu befestigen und auf diesem mittels Zahnstochern, Gardinengewebe und so weiter kleine Tore zu bauen. Achten Sie darauf, dass diese nicht beim Dagegenlehnen umfallen! Malen Sie mit dem Zuckerguss Strafraum und das ganze Liniengerümpel ein, das ein Fussballfeld so kompliziert anzuschauen macht (oder, falls Sie die korrekte Bemalung eines Spielfeldes nicht kennen, wahlweise ein grosses D im Oval). Drapieren Sie dann flugs Ihre 23 Gestalten und die übriggebliebene Schokokugel malerisch auf dem Grün (und überlegen Sie sich, wie viel Quadratmeter Fussballrasen Ihr Mann im Garten fordern könnte - Tips hierzu unter "Garten"), stellen Sie eventuell eine Abseits-Szenerie mit Gelbrotfoul und paralleler Schwalbe zusammen. Wenn Sie nun Ihr Machwerk in Ihrer ungetupften französischen Reizwäsche kredenzen (SIE in Ihrer Reizwäsche, NICHT die TORTE in Ihrer Reizwäsche!) (Tips zum Tupfen Ihrer französischen Reizwäsche bei "Schön"), sollten die Andro-Iden eigentlich beides zum Vernaschen lecker finden und auch Sie kommen trotz pediglobischem Ausnahmezustand bei Ihrer Sozial-Kosten&Nutzen-Gleichung auf ein ausgewogenes Verhältnis.

yn


Auf einmal war die Bude leer
Der Palmendieb

Die Welt der Krustentiere ist immer wieder erstaunlich: da gibt's die Fiddler Crabs, die Dwarslöpper und - größter Feind der wohnlandschaftlichen Yams&Yucca-Plantagen - den Palmendieb. Dieser zeichnet sich vor allem durch das systematische Entfernen von Palmen und Dingen, die wie Palmen aussehen, aus dem heimischen Karrierepunzenbiotop aus. (wer den Kommafehler findet, ist ein Pedant)

Helga P. (37, Name von der Redaktion geändert) beschreibt ihre traumatischen Erlebnisse so: "Auf einmal war die Bude leer. Wo ich hinguck: nix als Kahlstellen! Meine höchstpersönlich ab Keimung betreuten Palmen - alle durch die blanke und absolut ungrüne LUFT ersetzt! Individuenschicksale haben da ihren Lauf ins Ungewisse genommen, zum Beispiel die vierzehnjährige "gomera". Können Sie Sich vorstellen, wie das ist, vierzehn Jahre lang so ein Geschöpf liebevoll großzuziehen und jedes einzelne Blatt mit einem jeweiligen Spezialspray optimal zur Entwicklung zu bringen, und auf einmal kommen Sie nach Hause und schwuppdiwupp gibts keine Blätter mehr für meine Sprays? Ich bin definitiv fassungslos und per se überaus betroffen. Sie hätte wenigstens einen Abschiedsbrief hinterlassen können. So kann ich nur jede Nacht aus dem Alptraum aufwachen, daß sie auf einem skrupellosen Palmenmarkt von Hunderten von Deppen und Unwissenden betatscht wird, bis ihre empfindlichen Blattwedelspitzen absterben! Ich hätte so gern, daß sie glücklich ist..."

All diese schauderhaften Schiebereien werden durch den PALMENDIEB verursacht, eine äußerst niederträchtige Spezies in der ansonsten für ihre äußerste Schmackhaftigkeit berühmten Verwandtschaft der Langusten, Hummer und Shrimps (nicht: "nein, Sie haben Krebs, Herr Müller"). Der Palmendieb trollt sich zumeist nach erfolgtem Gemetzel an seiner Verwandtschaft nebst hektoliterweise genossenem Schampus ("nur Schrimps und Schampus sind wahrer Genuß") gemütlich in die Bungalows, um dreist und unverdrossen diverse Palmengewächse (und alle ähnlichen Dinge) zur Terrassentür in eine ungewisse Zukunft hinauszutragen.

Der Palmendieb klaut nicht nur Palmen, um sie in die Sklaverei zu verschleppen, sondern auch andere Dinge. Von diesen war bisher in Nebensätzen und Klammern die Rede, was sich kaum ändern wird. Er ist auch der Hauptverantwortliche dafür, daß es in Mitteleuropa überhaupt Palmen gibt: schließlich verschacherte er seine ersten Opfer gewinnbringend an die Bungalow-Generation der Neureichen. So gesehen ist alles bisher berichtete eher als "wenig weltbewegend" einzustufen.

Ja noo, Sie, liebe Leserinnen, Sie kennen das Gefühl: Ihre Story ist für den Hauptleserstamm reichlich uninteressant, aber nichts desto trotz ungemein und vor allem unverkennbar individuell bewegend: Schreiben Sie Ihre Geschichte an HEISS&FETTIG!

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