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Stoiber beruft Ussama bin Laden in sein Kompetenzteam

Kaum zu glauben, aber offensichtlich doch wahr, was die taz heute berichtet:

stoibers kompetenzteam: csu-kanzlerkandidat beruft ussama bin laden

Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber hat gestern Ussama Bin Laden in sein Kompetenzteam berufen. Der dynamische Al-Qaida-Chef solle Wähler muslimischen Glaubens ansprechen, die sich bisher von den Unionsparteien nicht ausreichend vertreten gefühlt hätten, hieß es aus Stoibers Wahlkampfbüro. Im Falle eines Wahlsiegs solle er das neu geschaffene Amt eines Islam-Beauftragten der Bundesregierung übernehmen. "Edmund Stoiber steht für eine offene und tolerante Politik gegenüber Minderheiten", sagte Stoibers Wahlkampfleiter Michael Spreng in Berlin. Wie aus Parteikreisen verlautete, waren der CSU schon vor Wochen geheime Papiere zugespielt worden, aus denen hervorgeht, dass in Deutschland auch Muslime wahlberechtigt sind. "Ich betrachte das Angebot als eine Herausforderung, und, bei Gott, ich liebe Herausforderungen", soll der gut aussehende Karriereterrorist spontan erklärt haben. Die Berufung Ussama Bin Ladens kam dennoch überraschend. Wie zu erfahren war, hatten konservative CDU-Kreise starken Widerstand geleistet.

taz

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WM-Sammelbildchen

Damit die Fussball-WM doch noch spannend wird, verbreitet unsere Schwester-und-Brüder-Zeitschrift "Titanic" folgende Sammelbildchen:

titanic

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Xavier Naidoo soll Dealer zum Kotzen bringen

Xavier Naidoo als Brechmittel

"Polizei und Staatsanwaltschaft in Hamburg haben den Einsatz von Brechmitteln bei mutmaßlichen Drogen-Dealern erleichtert", lasen wir in einer Meldung der dpa und waren entsetzt: Xavier Naidoo kommt jetzt bei mutmaßlichen Drogen-Dealern zum Einsatz? Ist das nicht doch etwas zu hart? Sicher, dealen ist verboten, Beweismittel verschlucken auch, aber muss man wirklich Xavier Naidoo einsetzen, um die Dealer zum Kotzen zu bringen? Das sind doch auch Menschen . . .

taz

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Wie lecker und nahrhaft ist die US-Lebensmittelhilfe für Afghanistan?

Der Hunger treibt es rein

Der Gastrotest: Wie lecker und nahrhaft ist die US-Lebensmittelhilfe für Afghanistan?

Das Mahl wird serviert in gelber Plastiktüte auf ödem Sand, garniert mit Streubombe und Minenfeld. Humanitarian Daily Ration und Food Gift From the People Of The UNITED STATES OF AMERICA steht darauf, und weil der gemeine hungrige Afghane das vielleicht nicht versteht, ist auch noch ein Sternenbanner und das Piktogramm eines essenden Jungen darauf gedruckt. Weiter unten steht in den afghanischen Nationaldialekten Englisch, Spanisch und Französisch, dass es sich bei dem Paket um den "kompletten Nahrungsbedarf für einen Tag" handelt. Das ist sie also, die Nahrung, die von aus dem Luftwaffenstützpunkt Ramstein aufsteigenden Flugzeugen bis Donnerstag 400.000fach über Afghanistan abgeworfen wurde.
Die tägliche Ration Kriegslegitimation besteht aus englisch beschrifteten Päckchen: 241 g Vegetable Barley Stew, 241 g Peas in Tomato Sauce, 42,5 g Peanut Butter, 28,35 g Strawberry Jam, 2 Vegetable Biscuits, 1 FIG BAR, 1 Shortbread, 2 Fruit Pastry, 1 Plastiklöffel mit langem Stiel, je 1 Tütchen Salz, Pfeffer und Zucker, 1 Päckchen Streichhölzer, 1 Alcohol Free Anti-Microbial Moist Towelette und 1 Serviette.
Ich beginne mit dem Vegetable Biscuit und entscheide mich für Erdnussbutteraufstrich: Die geschmacksfreien Cracker sind ohne Schere unmöglich aus der Packung zu entfernen. Heftiges Reißen am Zellophan zerkrümelt die 10-x-10-cm-Kekse - wie dieses Luftgebäck wohl nach dem Abwurf aus einem Flugzeug aussieht? Die Erdnussbutter lässt sich hingegen leicht öffnen und quillt auf starken Druck hin zäh auf den Keks. Zum Verteilen braucht es den Löffel. Wissen die Afghanen, dass die US-Amerikaner die Erdnussbutter gemeinsam mit der Erdbeermarmelade essen? Wenn nicht, haben sie das gleiche Problem wie ich. Biscuit mit Erdnussbutter allein vermischen sich zu einem fast nicht mehr zu schluckenden krümeligen Kleister. Schon beim dritten Bissen bricht das Biscuit auseinander und fällt mir vor die Füße. Gut, dass keine Erdbeermarmelade drauf ist. Man braucht Wasser, um sich die Krümel aus dem Mund zu spülen. Satt bin ich nicht.
Das erste Hauptgericht lockt: Vegetable Barley Stew. Die Verpackung zeigt: einfach die Tüte aufreißen und den Inhalt mit dem Löffel aufessen. Ich reiße die Tüte auf - leider ist der Löffel noch verschmiert mit Erdnussbutter. Egal: Der Hunger treibts in den Afghanen. In der Tüte ist eine hart gepresste Masse, aus der Gerstenkörner, geronnenes Tomatenpüree und das eine oder andere Maiskorn hervorstechen. Leicht pikant gewürzt. Der Löffel bricht fast beim Versuch, aus dem Barren Stücke herauszubrechen. Kernig in der Konsistenz, würzig im Abgang. Man braucht Wasser, um sich die Krümel aus dem Mund zu spülen. Satt bin ich nicht.
Gleich das zweite Hauptgericht? Nein, erst Nachtisch. Die Fruit Pastry, zwei platt gedrückte Apfeltaschen, sind sehr süß und sehr trocken. Man braucht Wasser, um sich die Krümel aus dem Mund zu spülen. Satt bin ich nicht.
Zwischenmahlzeit, der Fig Bar in braunem Plastik: Feigenpaste ist zwischen zwei Teigscheiben gepresst, die beim Aufreißen der Tüte zerbröseln. Schon der erste Bissen entzieht dem Mund jeglichen Speichel. Unendliche Zeit verweilt die Masse unerbittlich festgeklebt am Gaumen, bis die geballte Ladung süßen Zeugs gelöst und geschluckt werden kann. Man braucht Wasser, um sich die Krümel aus dem Mund zu spülen. Satt bin ich nicht. Irgendetwas drückt.
Das Alcohol Free Anti-Microbial Moist Towelette erweist sich als ungenießbar.
Es ist Zeit für die Peas in Tomato Sauce. Ein kräftiger Hauch von Erasco dringt aus der Tüte, die angekündigten Erbsen sind weiß, die Konsistenz ist pampig, zum Weglöffeln. Pikanter Nachgeschmack. Satt bin ich nicht.
Gierig reiße ich die letzte Packung auf. Das Shortbread, ein ovaler gelbbrauner Keks von etwa zwölf Zentimeter Länge, gehörig schwer und steinhart, riecht nach Mandeln. Mir dämmert die US-Strategie: Wenn vor allem die Taliban die Lebensmitteltüten aufklauben, sollen sie elendig am Zuckerschock zugrunde gehen. Die Erdbeermarmelade ist auch noch da. Widerwillig probiere ich den Mandelkeks. Es zieht mir den Gaumen zusammen, aus meinem Mund staubt es. Man braucht Wasser, um sich die Krümel aus dem Mund zu spülen. Satt bin ich nicht, aber fürchterlich voll. Mir ist unwohl. Ich habe 2.000 Kalorien gegessen.

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Was uns Ussama bin Laden wirklich sagen will

Was versteckt sich in den Video-Botschaften des Ussama Bin Laden?

Die Befürchtung, der US-Regierung, Ussama Bin Ladens Video-Erklärungen könnten versteckte Botschaften an seine Anhänger enthalten, bestätigen sich: Experten der Wahrheit ist es gelungen, den "Sturm des Glaubens" von Ussama Bin Laden zu analysieren. Wir dokumentieren die geheimen und gefährlichen Subtexte in Auszügen an dieser Stelle.

Der Originaltext:
"Da ist Amerika, von Gott getroffen an einer seiner empfindlichsten Stellen. Seine größten Gebäude wurden zerstört, Gott sei Dank dafür . . . Was Amerika jetzt erfährt, ist unbedeutend im Vergleich zu dem, was wir seit etlichen Jahren erfahren . . . Möge Gott ihnen seinen Zorn zeigen und ihnen geben, was sie verdienen."

Die Botschaft:
"Ich bin zutiefst getroffen an einer meiner empfindlichsten Stellen: in meinem Geldbeutel (,Gott). Denn die Brüder Dheik (die ,größten Gebäude, zwei sehr dicke Taliban, d. Red.) haben ihre nicht unbedeutenden Wettschulden (,Amerika) immer noch nicht bei mir beglichen (,Gott'). Sie sollen endlich zahlen! (,was sie verdienen)."


Der Originaltext:
"Nach diesem Ereignis, nachdem die Regierungsvertreter in Amerika gesprochen haben, angefangen mit dem Kopf der Ungläubigen weltweit, Bush, und seiner Begleiter, sind sie mit Macht mit ihren Männern angetreten und haben sogar die Länder, die zum Islam gehören, zu diesem Verrat bewogen . . ."

Die Botschaft:
"Ich möchte auch nicht weiter von Bittstellern (,Regierungsvertretern) belästigt werden, die vorgeben, eine 1a-Terroraktion zu planen (,mit ihren Männern angetreten), in Wahrheit aber mein Geld verjuxen wollen. Wann hat man schon mal von einer Autoscooter-Schule (,Bush) gehört? Es ist schon schwer genug, in diesen Zeiten den Überblick zu behalten (,die Länder, die zum Islam gehören)."


Der Originaltext:
"Als Menschen am Ende der Welt, in Japan, zu Hunderttausenden getötet wurden, Junge und Alte, wurde das nicht als Kriegsverbrechen betrachtet . . Aber wenn sie dutzende Menschen in Nairobi und Daressalam verlieren, wird Irak angegriffen und Afghanistan angegriffen. Die Heuchelei stand mit ganzer Macht hinter dem Kopf der Ungläubigen weltweit, hinter den Feiglingen dieses Zeitalters, Amerika und denen, die auf dessen Seite sind."

Die Botschaft:
"Es geht mir gut in China (,Japan), aber ich fühle mich sehr merkwürdig ohne meinen Bart (,Kriegsverbrechen). Meine Getreuen behaupten zwar, ich sähe sehr gut aus, aber ich weiß genau, wie unvorteilhaft mein fliehendes Kinn wirkt (,Heuchelei mit ganzer Macht). Trotz allem bin ich sehr froh, mir nicht mehr die Vorträge der Taliban-Anführer (,Feiglinge dieses Zeitalters) anhören zu müssen. Manchmal wünsche ich mir mein altes Millionärsleben zurück; es war schön damals in den Nachtclubs, die wilden Parties, der Alkohol . . . (,weltweit).

Der Originaltext:
"Diese Ereignisse haben die ganze Welt in zwei Lager geteilt: das Lager der Gläubigen und das Lager der Ungläubigen . . . Der Sturm des Glaubens ist gekommen."

Die Botschaft:
"Leider müssen die Trainingscamps bis auf Weiteres geschlossen bleiben (,zwei Lager). Bis zur Wiedereröffnung empfehle ich allen Teilnehmern täglich eine Stunde Dauerlauf, um die Kondition (,Sturm des Glaubens) zu wahren. Da die Technik hier in China (,Ungläubige') nicht auf dem neuesten Stand ist, werde ich mich demnächst nicht auf Video (,Gläubige'), sondern per SMS-Botschaft melden. Das wird natürlich etwas schwieriger zu entschlüsseln sein . . ."

taz

hs