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"Überparteilich, übergeschlechtlich, überragend"
Deutschland sucht den Superbundespräsidenten

Seit Wochen wird in der veröffentlichten Meinung eine seltsame Diskussion darüber geführt, wer denn nun der nächste Bundespräsident sein solle bzw. wer für die stärkste Kraft in der Bundesversammlung – die CDU/CSU – antreten werde. Dabei sind die ventilierten Vorschläge zumeist nicht von qualitativen sondern von rein opportunistischen Argumenten geprägt. Das mag teilweise auch daran liegen, dass die geeignetsten Kandidaten wie Günter Krause, Harald Juhnke, Roberto Blanco schon frühzeitig ihren Verzicht erklärt hatten.
Aber warum will die SPD eigentlich unbedingt eine Frau? Ist das neuerdings ein Wert an sich, wenn man kein Y-Chromosom hat? Oder müssen wir noch beweisen, dass wir nicht frauenfeindlich sind? Und geht das nur, indem man eine Frau zum Bundespräser macht? Warum dann nicht gleich eine behinderte ostdeutsche Farbige jüdischen Glaubens und lesbischer sexueller Ausrichtung?
Und warum ist Angie Merkel so strikt gegen die Kandidatur einer Frau? Weil sie denkt, dass Sie dann als Kanzlerin keine Chance hat, wenn schon das höchste Staatsamt von einer Frau bekleidet wird?
Wir wissen es nicht! Aber wir wissen, dass uns die Diskussionen darüber, wer ab Mai alle paar Tage mal eines dieser Gesetze unterschreiben darf, von denen die meisten sowieso überflüssig, halbgar oder nutzlos sind, vor allem als Zeitverschwendung zu kategorisieren sein dürften. Wir haben fünf Jahre mit Johannes Rau überstanden, was soll noch passieren?
Um etwas mehr Dynamik in die Sache zu bringen, hat die Politredaktion von Heiss&Fettig nun beschlossen, der Union unter die lahmen Flügel zu greifen und bei der Kandidatensuche zu helfen. Erste Wahl, dass ist ganz klar, konnte nur die Partei- und Fraktionsvorsitzende selbst sein, die Bundesangie. Auf unseren zaghaften Vorstoß erhielt der Berliner Redaktionsleiter Nick Igel allerdings eine ziemlich rüde Absage.


Angela Merkel erklärt Nick Igel, dass sie für eine Kandidatur nicht zur Verfügung stehe.


Doch Heiss&Fettig wäre nicht Heiss&Fettig, wenn wir nicht noch einen Trumpf in der Hinterhand hätten. Eine Persönlichkeit, die sich über viele Jahre und Jahrzehnte hinweg aufopfernd in den Dienst der Republik gestellt hat. Die am Mantel der Geschichte mitgewebt und das Wohl aller Deutschen maßgeblich mitbestimmt hat. Und es ist uns zu unserer eigenen Überraschung gelungen, im vertraulichen Gespräch von unserem Wunschkandidaten eine Zusage zu erhalten: „Na gut, ich mach´s, wenn die Partei das mitträgt!“ Damit dürfte allen Spekulationen ein Ende gesetzt sein. Und wir gehen davon aus, dass nicht nur die SPD, sondern auch alle anderen in der Bundesversammlung vertretenen Parteien selbstverständlich diesen Kandidaten unterstützen werden. Zumal er uns zugesichert hat: „Wenn der Schröder keinen Mann will und die Merkel keine Frau, na gut, dann lasse ich mich kastrieren, dann mache ich es beiden recht!“.
Gestern hat unser Berliner Redaktionsleiter unseren Wunschkandidaten bereits im engeren Kreis einigen Journalisten präsentiert (siehe Foto) und nun wollen wir auch die breitere Öffentlichkeit einbeziehen und alle Heiss&Fettig-Leser bitten, unseren Kandidaten zu unterstützen. Überparteilich, übergeschlechtlich, überragend und von hohem – auch politischem – Gewicht!


Schulterklopfend präsentiert Nick Igel in der Bundespressekonferenz den offiziellen Heiss&Fettig-Kandidaten für das Präsidentenamt


Liebe Leser, wir wissen, dass diese Aktion nur dann ein Erfolg werden kann, wenn Sie alle mitmachen und die Kandidatur des Altkanzlers unterstützen. Bitte schreiben Sie an Ihre Abgeordneten in Bundestag und Landtag und an die Vorsitzenden aller Ihnen nahestehenden Parteien und bitten Sie um ein Votum zu Gunsten von Dr. Kohl. Stichwort: Helmut for President

ni


Heiss&Fettig deckt auf
Betrug beim "Bachelor"

Wie der Redaktion erst in diesen Tagen und nur nach aufwändigen Recherchen bekannt wurde, hat die Sendeleitung von RTL die Zuschauer der Sendereiher "Der Bachelor" über Wochen hinweg betrogen und belogen.
Denn wie sich jetzt herausgestellt hat, ist "Bachelor" Marcel in Wahrheit gar nicht heterosexuell, sondern ein in einschlägigen Kreisen der Kölner Gesellschaft bekannter Männerfreund. Oder um es mit den direkteren Worten von Alfred Biolek wiederzugeben: "Der Marcel, aaaaach, der ist bei uns, kicher, räusper, der Dorfschwule, kicher, räusper".
So wird es nicht verwundern, dass es – anders als von RTL suggeriert – nicht die sympathische wenngleich brotdumme Berliner Schornsteinfegerin Juliane war, die die letzte Rose erhalten hat. Vielmehr liegt Heiss&Fettig ein Foto vor, dass eindeutig belegt, welches Ende die Serie in Wahrheit genommen hat und wer letztlich der Auserwählte des kleingeistigen Kreditsachbearbeiters war. Eine besondere Freude ist es uns dabei, dass es sich beim „Sieger“ um eines unserer Redaktionsmitglieder handelt! Denn...


Nick Igel ist der Traumpartner des Bachelor


ni


Alles neu und ganz anders?
HEISS&FETTIG jetzt unter der Knute eines Redaktionssystems

Wenn innerhalb eines Onlineprojekts überhaupt miteinander kommuniziert wird, geht es ja meistens um irgendwelche technischen Fragen. In der Regel eine sehr spaßige Diskussion, weil gemeingefährliches Halbwissen auf mühsam kaschiertes technisches Desinteresse stösst und am Ende die Technikignoranten bestimmen, wo's langgehen soll.

Ähnlich in den letzten Monaten bei HEISS&FETTIG. Wie sich aus den Tonbandaufzeichnungen der täglichen Redaktionssitzungen noch zuverlässig rekonstruieren lässt, ist irgendwann mal der Vorschlag gemacht worden "doch bitteschön endlich auf ein Content-Management-System (oder wie das heißt) umzusteigen". Die prompte Frage "Und was haben wir davon?" konnte zunächst nur mit der wachsweichen Bemerkung "Hmm, weiß ich auch nicht so genau, aber die Anderen arbeiten doch auch damit" beantwortet werden. Da niemand aber so genau wissen wollte, wer "die Anderen" denn nun eigentlich so genau seien, und weil der Arbeitsaufwand, der mit der Umstellung auf ein solches Redaktionssystem verbunden ist, sträflich unterschätzt wurde, wurde eben grünes Licht in dieser Richtung gegeben.

Sobald einmal die Einführung irgendeines technischen Systems beschlossen ist, entwickelt sich bekanntlich eine völlig unvorhersehbare Eigendynamik, die dann nicht mehr zu stoppen ist. Am Anfang geht es noch um technische Detailfragen, dann auf einmal um neue Arbeitsabläufe und Zuständigkeiten. Und wenn dann nach schweren persönlichen Auseinandersetzungen die neuen Organisationsstrukturen geklärt sind, stellen sich schließlich die Fragen, wem es denn intellektuell überhaupt zuzutrauen sei, mit dem neuen System zu arbeiten, und was am inhaltlichen Konzept von HEISS&FETTIG zu ändern sei, damit dieses Konzept systemtauglich ist.

Fragen, die zum Glück durch Ignorieren beantwortet werden konnten. Und zwar ohne tiefe Einschnitte in die personelle Zusammensetzung der Redaktion. Was aus Kundensicht konkret vor allem bedeutet, dass sich HEISS&FETTIG nun in leicht veränderter Optik und mit einem Produktionssystem im Hintergrund präsentiert, von dem man als Besucher hoffentlich nichts merkt. Wobei allerdings vorsichtshalber eingeschränkt werden muss, dass niemand aus der Redaktion (der selbsternannte Projektleiter übrigens am allerwenigsten) bis dato überblicken kann, welche Überraschungen der neue elektronische Redaktionsknecht noch in petto hat.

jg


Heiss&Fettig stellt klar
Offener Brief an Silvio Berlusconi

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

man kann sich mal im Ton oder in der Wortwahl vergreifen, das ist wohl jedem von uns schon einmal passiert. Man kann auch mal unpassende Vergleiche ziehen, gerade im Eifer des Gefechts, wer ist da schon frei von Schuld? Aber man sollte dann anschließend auch die Größe haben, seine Fehler zuzugeben und sich zu entschuldigen.

Der Bock, den Sie am 2. Juli 2003 im Europaparlament durch Ihren unerträglichen Vergleich zwischen Aufsehern in Konzentrationslagern und einem SPD-Parlamentarier geschossen haben, war mindestens ein Fünfundzwanzigender! Insofern gibt es nur eines und dazu fordere ich Sie hiermit in aller Form auf: Eine sofortige aufrichtige Entschuldigung!!! Diese ist vierundzwanzig Stunden lang jeweils zur vollen Stunde auf allen Ihren Sendern auszustrahlen sowie in der morgigen Ausgabe aller Ihrer Zeitungen zu veröffentlichen!

Denn es kann ja wohl nicht angehen, dass Sie den Aufsehern nationalsozialistischer Konzentrationslager in derartig unsachlicher und unverschämter Form "die Ehre abschneiden", wie es Wolfgang Thierse formuliert hat. Immerhin handelte es sich bei den von Ihnen derart verunglimpften leitenden Angestellten der nationalsozialistischen Staatsführung in vielen Fällen um Capos jüdischer Abstammung oder um Wehrmachtsangehörige, die ja bekanntlich keine Nazis, sondern nur in der Partei waren, "weil man das damals ja fast sein musste und sowieso alle Soldaten Mitglied waren". Diese relativ ehrbaren Menschen in einem Atemzug zu nennen mit einem Angehörigen dieser Bande von kokainsüchtigen Nichtstuern und Sesselfurzern, die den deutschen Staat seit Jahren mit zunehmender Geschwindigkeit an die Wand fahren und sich in der Zwischenzeit auf Kosten der Steuerzahler die Nutten gleich rudelweise per Telefon in den Bundestag hineincatern lassen, ist - wie es der Bundeskanzler ausnahmsweise einmal mit Recht ausgedrückt hat - inakzeptabel! Man kann den KZ-Aufsehern ja vieles vorwerfen, aber der Spaß hört ja wohl wirklich auf wenn Sie diese Menschen in einem Atemzug nennen mit dem üblen Gesindel, dass uns seit fünf Jahren von morgens bis abends belügt, die Staatskassen auf ein Niveau noch weit unterhalb des Marianengrabens geleert hat und sich in selbstgefälligster Pose zu dem angerichteten Chaos auch noch zu gratulieren wagt. Hier zeigt sich, Herr Ministerpräsident, dass Sie weder in historischen Größenordnungen denken können, noch auch nur den geringsten Einblicke in die Abgründe deutscher Tagespolitik haben! Denn selbst wenn Sie der SPD zutrauen, dass diese einen Völkermord begehen wollte - Sie müssten wissen, dass die Schröder-Truppe das organisatorisch nicht gebacken bekäme. Nicht einmal mit Hartz oder Rürup...

Außerdem ist, das sei hier einmal ausdrücklich festgehalten, die derzeitige Regierung weder in der Lage, die deutschen Autobahnen auch nur auf dem Stand der dreißiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts zu erhalten, noch wäre sie fähig, die Rekordarbeitslosigkeit durch spannende Angriffskriege zu kappen. Schon von daher ist der Vergleich zwischen Sozialdemokraten und nationalen Sozialisten eine Ohrfeige für die vielen fleißigen Menschen der Weimarer Republik und eine Aberkennung jener Lebensleistungen, die diese Menschen gerade auch unter den erschwerten Umständen des dritten Reiches erbracht haben. Wenn Sie, werter Herr Ministerpräsident, also schon Vergleiche mit Nationalsozialisten ziehen müssen, dann entehren Sie das Gedenken an die tapferen Deutschen des letzten Jahrhunderts nicht, indem Sie ihnen die regierungsunfähige sozialdemokratische Camarilla von heute gegenüber stellen, sondern ziehen Sie die Parallelen lieber zwischen Nazis und amerikanischen Republikanern. Die Truppe um George Dabbeljuh führt schließlich nicht nur Angriffskriege, sie hat auch die Arbeitslosigkeit gesenkt, die Highways in Ordnung gebracht und die Demokratie weitgehend abgeschafft.

Hochachtungsvoll Nick Igel

ni


Ein Meister ist vom Himmel gefallen!
Nachruf auf Jürgen W. Möllemann

Zutiefst betroffen und be-stürzt nehmen wir Abschied von Jürgen W. Möllemann, einem Mann der vor kurzem noch mit beiden Beinen mitten im Leben stand. Sein Abgang wird einen bleibenden Eindruck hinterlassen, bei Freunden, in seiner Familie und natürlich im Acker bei Münster. Auch die FDP erlitt "tiefschürfende" seelische Wunden. Manche sagten ja von Möllemann, er sei ein bodenständiger, zielstrebiger, geradliniger Politiker gewesen, der immer einen klaren Kurs verfolgt habe. Wir denken eher, dass er ein reichlich abgehobener politischer Überflieger gewesen ist, der schon immer zu hoch hinaus wollte, viele Kapriolen schlug und jegliche Kritik an seinen einschlagenden Reformideen völlig an sich abprallen ließ. Einer, der immer alle Leute und gelegentlich auch Weizenfelder von oben herab behandelt hat. Ein schwereloser Schwerenöter eben. Er war dem "High", ein Macher in der Politikszene zu sein, völlig ver-fall-en. Aber Hochmut kommt eben vor dem Fall. Schon mit der Einkaufswagenchipaffäre geriet er in einen Karrieresturzflug. Und 2002 fiel er endgültig aus allen Wolken, als er als "Schirmherr der antisemitischen Flugblattaffäre" wieder einmal in den politischen Abwind geriet und nach und nach aus der Partei trudelte. Eine buchstäbliche politische "Bauchlandung". Die wenigen Menschen, die ihm nahe standen behaupteten damals bereits, dass er vor Scham am liebsten in den Boden versunken wäre. "Er vergrub sich in einem Tal der Verzweiflung", so sein Friseur. "The Situation dragged him down" meinte eine englische Bekannte. "Die Sache lag ihm wie ein Stein im Magen, es ging bergab mit ihm", äußerte sich ein ehemaliger Parteifeind. Dabei war er früher immer beflügelt, beschwingt, "auf dem Sprung" und "up". Da konnte man ihn ab und zu auch noch leise seine Lieblingslieder summen hören - "Major Tom" von Peter Schilling, "I believe I can fly" von R. Kelly und "Über den Wolken" von Reinhard Mey. Das schwebende Verfahren gegen ihn und die Deadline der anstehenden Durchsuchungen zerschmetterten aber jeglichen Hoffnungsschimmer am Horizont und ließen ihn nun die endgültige Reißleine ziehen.

Jürgen, Du wirst uns fehlen, auch wenn Du natürlich in eleganter Weise den Fahndern von der Schippe gesprungen bist und so den endgültigen Absprung aus der Skandalmisere geschafft hast. Alles Gute, oder wie es unter uns geistigen Tieffliegern und Fallschirmspringern heißt: "Hals und Beinbruch" für das Leben nach dem Tod!

bg