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Der Haigerjörgl war nicht der Erste
Die besten österreichischen Sporttodesfälle

Warum das so ist, kann man nur ahnen. Fest steht aber, dass es so ist: Österreichische Sportler sterben wie die Fliegen. Sei es, dass sie sich überschätzen, sei es, dass sie zu leichtsinnig sind, früher oder später rafft es sie fast alle dahin. Und wenn sie in Disziplinen tätig sind, wo die Geschwindigkeit für tödliche Unfälle nicht ausreicht, dann bringen sie sich eben in ihrer Freizeit um. Und die paar, die Sportunfälle oder Freizeitunfälle schwer verletzt überleben, machen anschließend natürlich weiter wie zuvor, irgendwie wird man sich ja wohl um die Ecke bringen können? Hier mal ein paar prägnante Beispiele:

A. Skisport:

1. Toni Mark

Todesart:
Fährt 1959 bei einem Riesenslalom in Rottach-Egern in eine Zuschauergruppe und stirbt.

Wertung:
Der Vorreiter! Kreativ war er auch. Damals hatte man beim Riesenslalom kaum genug Dampf drauf, um allein durch einen Sturz zu sterben. Die Auswahl der Zuschauergruppe als Einschlagsort war insofern sicherlich entscheidend und klug. Vielleicht hat er noch ein paar Zuschauer mit in den Tod gerissen? Ist leider nicht überliefert.

2. Arthur Gobber

Todesart:
Verunglückt 1972 in der Abfahrt der österreichischen Junioren-Meisterschaften tödlich.

Wertung:
Erfreulicher Erfolg auch schon im Nachwuchsbereich. Über die Details des Unfallhergangs ist leider nichts bekannt geworden.

3. Sepp Walcher

Todesart:
Der österreichische Abfahrtsspezialist war in seiner aktiven Zeit durchaus erfolgreich. 1978 gewann er bei der Weltmeisterschaft in Schladming den Abfahrtslauf. 1982 beendete er seine Karriere. 1984 verunglückte er beim Hobbyskifahren tödlich.

Wertung:
Da hat er nachgeholt, was er in der aktiven Zeit nicht mehr hinbekommen hat. Leichte Abzüge in der B-Note für die Verzögerung, aber: Respekt!

4. Jörg Oberhammer

Todesart:
Herr Oberhammer war selbst kein Sportler, sondern nur Mannschaftsarzt des österreichischen Skiverbandes. Was ihn nicht hinderte, sich 1988 bei den Winterspielen von Calgary von einer Pistenraupe überrollen zu lassen.

Wertung:
Sonderpunkt dafür, dass auch ein Funktionär sich mitschlachten lassen hat!

5. Gernot Reinstadler

Todesart:
Stürzt bei der Qualifikation zur Weltcup-Abfahrt in Wengen im Zielhang. An der erlittenen Beckenspaltung und schweren Verletzungen der Blutgefäße im Unterleib stirbt er fast unverzüglich.

Wertung:
Leichtes Minus für die kleine Verzögerung beim Todeseintritt, ansonsten gute Performance.

6. Rudi Nierlich

Todesart:
Der Herr Nierlich war ein recht erfolgreicher Skiläufer, gewann mehrere Rennen und wurde einmal Weltmeister im Slalom sowie gleich zweimal Weltmeister im Riesenslalom. An schnellere Disziplinen hat er sich nie getraut, weswegen er 1991 seinen PKW im ersten Stock eines österreichischen Wohnhauses abstellen musste. Rudi Nierlich war bei Einschlag des PKWs sofort tot.

Wertung:
Die Feigheit bei den Speed-Disziplinen trübt den Gesamteindruck ein wenig. Dennoch Respekt, Rudi war der erste, der es dann mit einem motorisierten Untersatz auszugleichen versuchte. Für den spektakulären Aufschlag im ersten Stock gibt es in der B-Note Extrapunkte!

7. Alois Kahr

Todesart:
Der Herr Kahr war Cheftrainer des österreichischen Damen-Slalomteams. Er starb bei einem Verkehrsunfall im Dezember 1991.

Wertung:
Na ja, das war dann doch etwas sehr billig beim Herrn Nierlich abgekupfert. Gerade mal ein paar Monate drauf und schon wieder mit dem Auto! Dennoch verdient es eine gewisse Anerkennung, dass auch hier ein Funktionär seinen Athleten optimales Verhalten vorlebt.

8. Peter Wirnsberger II.

Todesart:
Der österreichische Abfahrtsläufer stürzte beim freien Training nach den österreichischen Meisterschaften im Januar 1994 tödlich.

Wertung:
Mit dem Aufkommen des Privatfernsehens und der Häufung von Übertragungen der Rennen im TV wurde es notwendig, sich Todesort und -zeitpunkt sorgfältiger auszusuchen. 1994 hätte man eigentlich schon ein Ableben während eines Lifeberichts erwarten können (auch wenn die Kombination zwischen Tod und Life jetzt erst einmal paradox klingen mag). Daher gibt der Sturz im Training leichte Abzüge.

9. Uli Mayer

Todesart:
Die österreichische Abfahrtsläuferin hat am 29. Januar 1994 während des Weltcup-Rennens auf der Kandahar-Strecke in Garmisch etwas zu viel Gas gegeben und ist mit rund 120 Sachen sowie dem Schädel voraus in den Pfosten einer Zeitmessanlage gedonnert. Selbst die tendenziell leeren Ösischädel halten so etwas nicht aus. Der Exitus trat nicht unmittelbar, sondern erst in der Unfallklinik Murnau ein.

Wertung:
Die Frau Mayer hat es drauf! Mitten in der Lifeübertragung einen so spektakulären Abflug, das hat Stil. Da fällt die Verspätung des Todeseintritts kaum noch ins Gewicht. Medaillenreif!

10. Christoph Laimer

Todesart:
Der Nachwuchsrennfahrer im österreichischen Nationalteam fällt 1994 beim Training in eine Gletscherspalte und kann nur noch tot geborgen werden.

Wertung:
Hier ist man hin- und hergerissen. Soll man die gute Nachwuchsarbeit loben oder den wenig telegenen Abgang verurteilen. Hinteres Mittelfeld!

11. Richard Kröll

Todesart:
Der Riesenslalomläufer aus dem österreichischen Nationalteam stirbt 1996 bei einem Autounfall im Zillertal.

Wertung:
Na gut, wieder einer, der sich nicht an die Abfahrt herangetraut hat. Aber nach Nierlich und Kahr hätte man doch etwas mehr Kreativität bei der Auswahl der Ersatztodesart erwarten dürfen, oder? Es muss doch nicht immer der Wagen sein! Vielleicht ein Sprung von der Brücke? Ein Absturz mit dem Gleitschirm? Das ist doch wirklich nicht so schwer!

12. Hermann Maier

Todesart:
Steht noch nicht fest. Der Maiers Hermann hat schon alles Mögliche versucht, wider Erwarten aber den spektakulären Sturz bei der Olympia-Abfahrt in Nagano ebenso überlebt wie den Motorradunfall am 24. August 2001, bei dem er fast das recht Bein verloren hat.

Wertung:
Ein wirklich schwerer Fall! Natürlich ist die technisch schwache Ausführung der beiden Unfälle zu bemängeln. Auf der anderen Seite muss das nach dem fehlgeschlagenen Skiunfall erfolgte Ausweichen auf den Straßenunfall gelobt werden, zumal die Wahl eines Motorrads statt des inzwischen wirklich ausgelutschten Automobils für zumindest einen Anflug von Kreativität spricht. Besonders lobend zu erwähnen ist auch, dass Herr Maier weiterhin sowohl Motorrad als auch Abfahrtsrennen fährt. Wir erwarten, dieses Kapitel schon in naher Zukunft aktualisieren zu dürfen. Der Name Maier bürgt in diesem Kontext ja doch für besondere Qualität, siehe Nr. 9.

13. Haiderjörgl

Todesart:
Dreifacher Rittberger mit dem Phaeton. Tempo 147 bei Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 Stundenkilometer. Flog elegant über die Leitplanken und wahrscheinlich auch die Fünfpromillhürde. Genickbruch und doppelter Bruch der Wirbelsäule. Da sag noch einer, der Haiderjörgl hätte kein Rückgrat gehabt.

Wertung:
Eigentlich falsch in dieser Rubrik, da kein Skisportler. Doch Phänotyp Skilehrer, daher als Gaststar zulässig. Besonders bemerkenswert: Haider war angeschnallt und alle zwölf Airbags funktionierten. Es ist schon eine Sonderleistung, unter diesen Bedingungen noch einen tödlichen Unfall hinzukriegen. Leider ist Haider der Eingang ins Himmelreich versperrt geblieben. Dort saßen schon 150 Millionen Türken, die bei Petrus die drohende Überfremdung beklagten.

B. Autorennsport

1. Jochen Rindt

Todesart:
Im Abschlusstraining zum großen Preis von Italien in Monza am 5. September 1970 donnerte Rindt vor der Parabolica-Kurve in die Leitplanke, was den Riss der Luftröhre sowie ein regelrechtes Zerquetschen des Brustkorbes zur Folge hatte. Er starb im Rettungswagen, mit dem er in eine Unfallklinik in Mailand gebracht werden sollte.

Wertung:
Abzüge für den verzögerten Exitus. Außerdem hätte man bis zum Rennen warten können, da wäre die Fernsehpräsenz ausgeprägter gewesen. So haben wir bis heute lediglich relativ schlechte Bilder von dem Unfall.


2. Helmut Koinigg

Todesart:
Der Herr Koinigg hat es nur auf drei Formel 1-Rennen gebracht. Beim ersten scheiterte er schon in der Qualifikation, beim zweiten landete er weit außerhalb der Punkte und beim dritten auf dem Friedhof. Am 6. Oktober 1974 in Watkins Glen/USA platzte ihm in der neunten Runde ein Hinterreifen und stand anschließend eine Leitplanke so geschickt im Weg, dass Herr Koinigg regelrecht guillotiniert wurde.

Wertung:
Na also, geht doch! Unfall im Rennen, bei bester Fernsehpräsenz, noch dazu spektakulär, blutrünstig und mit direktem Ableben. Beachtlich auch, dass er sich ohne langes Fackeln gleich zum Anfang der Karriere ums Leben brachte! Höchstpunktzahl!

3. Harald Ertl

Todesart:
Der Herr Ertl hatte in den Jahren 1975 bis 1979 ganze 18 Formel 1-Rennen bestritten, ohne es dabei zu schaffen, sich um die Ecke zu bringen. Sowie mindestens ebenso viele Rennen, bei denen er vergeblich versuchte, sich zu qualifizieren. So gab er auf und beendete seine Karriere. Am 7. April 1982 zog er dann endlich den Schlussstrich und brachte sein Privatflugzeug auf dem Weg nach Sylt zum Absturz. Er war sofort tot und hat fast noch den Rest seiner Familie mit auf dem Gewissen. Frau und zwei Kinder überlebten schwer verletzt.

Wertung:
Die Familie mit einzubeziehen, ist zumindest einmal originell und innovativ. Aber da fehlt es ebenso an Konsequenz wie schon in der Formel-Karriere. Es kann mir doch keiner erzählen, dass es in 18 Rennen keine Gelegenheit gegeben hätte, sich publikumswirksam in Szene zu setzen. Etwa durch eine Frontalkollision mit Herrn Rindt! Und dann der Unfall völlig ab von jeglicher Fernsehübertragung! Schwach!

4. Roland Ratzenberger

Todesart:
Im Training zum großen Preis von San Marino in Imola semmelte der Herr Ratzenberger 1994 mit Volldampf in eine Begrenzungsmauer. Genickbruch, Platzen mehrerer innerer Organe, sofortiger Exitus. Alle Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos.

Wertung:
Ich weiß nicht, wann lernen die es endlich, während des Rennens ist der Effekt allemal besser als im Training. Auch wenn 1994 bereits Übertragungen auch des Trainings erfolgten. Andererseits: Seit 1986 war in der Formel 1 kein Fahrer mehr tödlich verunglückt, insofern war das ein lobenswerter Durchbruch! Positiv hervorzuheben auch, dass der Roland nicht lang herumgemacht hat, sondern gleich bei seinem dritten Formel 1-Rennen zugeschlagen hat, nachdem er sich beim ersten nicht qualifiziert hatte und beim zweiten nicht in die Punkte gekommen war. Gut, sicher, da kopiert er ein wenig den großen Helmut Koinigg, aber wer wird schon so beckmesserisch sein?

5. Niki Lauda

Todesart:
Noch unklar, wahrscheinlich durch Absturz eines von ihm gesteuerten Airbus der Fly Niki zu erwarten. Der Herr Lauda, das muss man ihm lassen, hat sich beim großen Preis von Deutschland am 1. August 1976 wirklich alle Mühe gegeben. In der Nordschleife des Nürburgrings brach ihm die hintere Radaufhängung, sein Fahrzeug prallte gegen eine Felswand und ging in Flammen auf. Mehrere Piloten, insbesondere Arturo Merzario, Brett Lunger, Guy Edwards und Harald Ertl konnten Lauda nach über einer halben Minute aus dem brennenden Wrack bergen. Auf der Krankentrage war Lauda wieder bei Bewusstsein. Er hatte sich jedoch Verbrennungen im Gesicht zugezogen, da der wegfliegende Helm auch die feuerfeste Kopfhaube teilweise abgezogen hatte. Aufgrund der Brandverletzungen am Kopf wurde Lauda zuerst per Hubschrauber in das Bundeswehrkrankenhaus in Koblenz geflogen. Dort erwiesen sich jedoch die Lungenverätzungen durch das Einatmen des giftigen Rauchs der Kunststoffkarosserie als viel kritischer, wodurch eine Verlegung nach
Ludwigshafen nötig wurde. Im Hospital bekam Lauda schon die letzte Ölung (sollte man hier vom letzten Ölwechsel sprechen?), überlebte jedoch. Lauda setzte die Formel-Karriere fort. Bei einem Unfall eines Airbus der von ihm gegründeten Lauda-Air, deren Flugzeuge er häufig selbst steuerte, kamen einige Jahre später hunderte Menschen ums Leben. Lauda hatte allerdings nicht am Steuer gesessen. Lauda Air ging später in Konkurs und wurde von Austrian Air aufgekauft. Herr Lauda hat inzwischen die neue Billiglinie Fly Niki gegründet.

Wertung:
Zwiespältig. Die Inszenierung auf dem Nürburgring war an sich schon Weltklasse. Zu bemängeln ist aber die Wahl des Unfallorts weitab der Fernsehkameras, was dazu geführt hat, dass wir nur die Aufnahmen eines italienischen Amateurfilmers zur Verfügung haben. Außerdem ist natürlich die fehlende Konsequenz ein großer Minuspunkt, wie kann man so etwas guten Gewissens überleben? Die Fortsetzung der Karriere erscheint dagegen wieder lobenswert, auch wenn es im weiteren Verlauf wieder an Konsequenz gefehlt hat. Fast schon unverzeihlich dagegen, den verunfallten Lauda Air-Flieger von jemand anders steuern zu lassen. Das hätte die Krönung des Lebenswerks sein können. Wir werden beobachten, wie die Pilotenkarriere weitergeht und raten zur Sicherheit von Flügen mit Fly Niki ab.

6. Karl Wendlinger

Todesart:
Keine, da hat es auch nicht gereicht. Der Karli ist 1994 beim Training von den Großen Preis von Monaco seitlich in eine Streckenbegrenzung gepfeffert. Dabei ist sein Schädel heftig aufgeschlagen, was zu "Hirn"prellungen führte. Die Ärzte verordneten daraufhin knapp drei Wochen künstliches Koma. Der Karli nahm ein halbes Jahr später die Karriere wieder auf, war wegen der Schädelverletzungen aber etwas langsam und gab schon nach sechs Rennen endgültig auf.

Wertung:
Das geht ja nun gar nicht. Erst legt er das Ganze schon falsch an, indem er im Training zuschlägt. Lernen die denn gar nichts aus den Fehlern der Vergangenheit, die Ösis? Dann diese elende Hängepartie über drei Wochen, wie die Geschichte nun ausgeht. Und diese Ärzte, die den Karli durchbringen und ihm sein Lebenswerk versauen! Schließlich ein nur halbherziger Comebackversuch und nicht einmal ein Ausweichen auf andere, spektakuläre Todesarten. Klassenletzter, da ist auch nichts mehr zu erhoffen, der stirbt am Ende noch an Altersschwäche!

ni


Erschütterndes Bilddokument beweist:
Warum die Franzosen im Endspiel stehen und wir nicht

Zinedine Zidane und andere Franzosen, die sich bereits im gesegneten Rentenalter befinden, im Endspiel: Wer hätte das vor der WM gedacht? Wie ist das eigentlich zu erklären? Ganz einfach! Allen Lockerheitsbekundungen Jürgen Klinsmanns zum Trotz und Hohn führt uns der Franzose mal wieder anschaulich vor, wie das tatsächlich geht mit der Lockerheit. Das belegt jedenfalls das erschütternde Bilddokument, das HEISS&FETTIG aus dem Trainingsquartier der französischen Nationalmannschaft zugespielt worden ist:


Erschütterndes Bilddokument aus dem französischen Trainingsquartier



jg


Das WM-Tagebuch - Woche 3
Argentinien hauen wir auch ohne Problembär Bruno weg

Dritte WM-Woche:
Skandal, Entsetzen, Verzweiflung. Plötzlich kippt die Feierstimmung in Deutschland, denn Bruno, der Problembär ist tot. Dabei hatte Weißbier-Waldi Hartmann (auch als Problemdackel bekannt) uns doch so nett erläutert, dass wir Bruno als Maskottchen brauchen. Denn, so der Waldi, als Deutschland 1954 erstmals Weltmeister wurde, geschah dies in Bern - Wappentier: der Bär. Und 1974 wurde Deutschland in München Weltmeister - Wappentier der Erzdiözese München: der Bär. Und 1990 wurde Deutschland in Rom Weltmeister - Wappentier des in Rom residierenden Papstes: der Korbiniansbär. Das leuchtet ein. Was Waldi noch vergessen hat: 1974 standen im Aufgebot der Nationalelf auch noch Paul Breit-bär, Franz Beckenbau-bär und Bär-ti Vogts, unter dessen Trainerägide Deutschland 1996 auch noch Europameister wurde. Nicht zu vergessen, dass die Nationalelf 1954 vom wem trainiert wurde? Richtig, Sepp Her-bär-ger! Und dass 1990 Thomas Bär-thold und Pierre Litt-bär-ski mit im Aufgebot standen.
Allerdings haut das mit dem Bär nur so lange hin, wie er ein Nutzbär ist (siehe Stoi-bär am nicht näher angegebenen Ort). Wird er zum Schadbären oder gar zum Problembären (siehe Stoibär, gleiche Quelle), so ist er zu eliminieren. Auch hier dient Bär-ti Vogts als gutes Beispiel. 1974 noch ein echter Nutzbär, war er 1996 eher schon Schadbär, wurde man doch eher trotz als wegen Bär-ti Europameister. 1998 war er dann ein echter Problem-bär, weswegen Maier-Vorfeld-bär ihn ü-bär die Klinge hopsen ließ. Der Stoi-bär selbst, der als O-bär-bayer gerne schon einmal ziemlich viel Unsinn von sich gibt - und das nicht nur zur Zeit des Okto-bär-fests - gilt nicht ganz zu Unrecht als La-bär-er. Was ihn wiederum mit dem Hartmanns-Waldi verbindet.
Also Leute, bär-uhigt Euch, die Argentinier hauen wir auch ohne Bruno weg!

ni


Das WM-Tagebuch - Woche 2
Was ist eigentlich mit der deutschen Mannschaft los

Zweite WM-Woche:
Was ist eigentlich mit der deutschen Mannschaft los? Wer hat denen beigebracht, wie man einen Ball stoppt? Es ist ja fast schon beängstigend, was da in den letzten Spielen zu sehen war. Janckereske Torschüsse noch und nöcher, Diego Metzelder und Pele Mertesacker wachsen über sich selbst hinaus, selbst Lahm macht seinem Namen erstmals keine Ehre mehr. Unser Polensturm stiehlt sich ein ums andere Mal an der gegnerischen Abwehr vorbei, bricht in den Strafraum ein und raubt dem Gegner die Punkte - gelernt ist gelernt. Wo kommt das plötzlich alles her? Hat man die Gegner nur dreieinhalb Jahre lang in Sicherheit wiegen wollen? Oder warum wurde all das in der Vergangenheit nicht abgerufen?

A propos Vergangenheit - dieser gehören nun auch alle holländischen Träume vom Titelgewinn an. Während die wackeren Wohnwagenfahrer noch während der Gruppenspiele für sich in Anspruch genommen hatten, man müsse den Pokal schon deswegen holen, weil man ja aus dem Hol-Land stamme, wird nun deutlich, dass der Verweis auf den Landesnamen zwar zutreffend ist, jedoch auf die korrekte Landesbezeichnung "Niederlande" hätte Bezug genommen werden müssen, die sich ja bekanntermaßen durch eine etwas unglückliche spätmittelalterliche Lautverschiebung aus dem wunderschönen Wort "Niederlage" entwickelt hat.

Das Spiel Deutschland Schweden habe ich mir übrigens beim Public Viewing angesehen. Tolle Sache das, zumal die meisten Fans dort schon beim Eintreffen sowohl eine Flagge als auch eine Fahne haben. Auch empfiehlt es sich, wasser- bzw. bierfeste Kleidung anzuziehen, denn nicht jeder der Anwesenden denkt beim Hochreißen der Arme zum Torjubel daran, dass es gewisse physikalische Gesetze gibt, die dazu führen, dass man einen gefüllten Bierbecher zwar abrupt mit nach oben reißen kann, das ebenso abrupte Abbremsen der Bewegung bei Erreichen der Vollstreckung des Armes allerdings nur die Aufwärtsbewegung des Bechers, keineswegs aber jene des darin befindliche Biers abstoppt. Welches sodann nach Absolvieren einer wunderschönen Wurfparabel auf die Umstehenden herabregnet.

Schaut man sich die Spiele auf der Fanmeile in Berlin, Hauptstadt der DDR, oder gar beim Public Viewing in Sachsen an, gibt es eine faszinierende Methode, die Spannung weiter zu erhöhen. Man muss nur bei jeder der vielen unglücklichen Aktionen des Herrn Ballack für die Umgebung laut und vernehmlich kommentieren: "Ja klar, ist halt ein Ossi!" oder "Was will man erwarten, Ossi bleibt Ossi?!". Oddset nimmt Wetten auf die Überlebenschancen der solchermaßen Auftretenden an. In Leipzig dauerte es immerhin eine Viertelstunde, bis ich in die erste Schlägerei verwickelt war. Die ich natürlich gewonnen habe - ging ja nur gegen Ossis.

Vielleicht hätten sich das auch die britischen Fans überlegen sollen und ihre Randale nicht in Stuttgart, sondern irgendwo im Osten starten sollen. Na mal sehen, vielleicht klappt es besser mit dem Krawall, wenn sie erst einmal von den Portugiesen nach Hause geschossen worden und entsprechend böse geworden sind.

Wo wir gerade vom heimschicken reden. Die Italiener, gegen Australien wie so oft mit Tor in den Schlussminuten und einem unverdienten Sieg, werden dann ja wohl von den Ukrainern heimgeschickt, die gegen die Schweiz ganz bewusst nur das Nötigste getan haben, um die Nudelesser in Sicherheit zu wiegen. Sollten die Ukrainer dennoch verlieren, müssten die Deutschen eben wieder die Drecksarbeit machen und die Azurri aus dem Turnier bomben. Was soll's, es wäre ein netter, nicht zu schwerer Aufbaugegner, um sich für das Finale gegen Brasilien warmzuspielen.

ni


Das WM-Tagebuch
Was ist eigentlich in Deutschland los?

Erste WM-Woche:
Was ist eigentlich in Deutschland los? Plötzlich fahren alle mit schwarz-rot-goldenen Fähnchen an den Fenstern durch die Gegend und gerieren sich als die Oberpatrioten. Irgendwie erinnert mich das an die orangen Angie-Poster im letzten Wahlkampf. Beiden Aktionen gemein ist der Mangel an Attraktivität des beworbenen Produkts. Denn die Versuche der Union, ihre Spitzenkandidatin zum Popstar zu stilisieren und ihr damit Akzeptanz in breiteren Schichten der Bevölkerung zu geben, waren doch letztlich nichts anderes als das berühmte Pfeifen im Wald, nämlich das Veranstalten von erheblichem Lärm, um von der eigenen Unsicherheit und einem gewissen Mangel an Zutrauen abzulenken. Und nicht anders verhält es sich beim Bejubeln der Bundeskicker. Seit sechs Jahren war kein Sieg mehr gegen eine Top-Ten-Mannschaft drin und sie haben eine Abwehr wie Hitler im April 1945. Da wird die Vermutung nur zu bald zur Gewissheit werden, dass das Turnier für unsere Rumpelfüßler spätestens dann beendet ist, wenn ein ernsthafter Gegner kommt. Allein das Spiel Argentinien gegen die Elfenbeinküste hat das unterstrichen, gegen jede der beiden Mannschaften wären die Deutschen wohl mit einer zweistelligen Anzahl von Gegentoren vom Platz marschiert.

Sehr viel interessanter ist da schon der Blick in die von der Öffentlichkeit viel zu wenig beachtete Vorrundengruppe K, in der Österreich, Molwanien, Phaic Tan und die DDR spielen. In der ersten Begegnung trafen gestern Österreich und Molwanien aufeinander. Gleich nach dem Anpfiff gingen die ersten Schüsse der Molwanier auf das österreichische Tor. Mit Erfolg! Der Torwart der Alpenländler erlitt schon in der zweiten Spielminute einen Lungendurschuss und musste ausgewechselt werden. Wenig später ein Lattenknaller der Molwanier. Der Sprengsatz an der Querlatte war so geschickt angebracht, dass diese dem Ersatztorhüter der Ösis direkt auf die Fontanelle krachte. Schädelbasisbruch! Mangelnder Kampfgeist bei den Österreichern, auch der Ersatztorwart gab auf. Günter Netzer kommentierte in der ARD: "Offenbar kommen die Österreicher mit der internationalen Härte einfach nicht zurecht. Es ist ein Fehler, wenn das Auswechselkontingent so schnell erschöpft wird; man verbaut sich damit Optionen und man hat gesehen, dass sich so etwas im Profifußball von heute rächt."

A propos verbauen: Als Österreich in der 28. Minute einen Freistoß in der Nähe des molwanischen Strafraums zugesprochen bekam, stellten die vom ehemaligen DDR-Internationalen Dixi Dörner trainierten Molwanier nicht nur die übliche Mauer auf, sondern statteten diese auch noch mit Stacheldraht und Selbstschussanlagen aus. Erneut musste ein Österreicher mit Schussverletzung ausgewechselt werden. Kommentar von Franz Beckenbauer im ZDF: "Jogutsicha, das ist die moderne, internationale Spielweise in der Verteidigung, wannst da als Stürmer a Sekundn lang unaufmerksam bist, kannst glei a Urne bestelln."

In der 38. Minute dann endlich der Führungstreffer für Molwanien. Der österreichische Chefcoach bestritt allerdings sofort, dass es sich um ein reguläres Tor gehandelt habe, und meinte, die Molwanier hätten mit zu langen Stollen gespielt. In der Tat hatte die molwanische Mannschaft unter Anleitung des ostdeutschen Assistenztrainers und früheren Republikflüchtlings Gerd Grabert bereits vor dem Spiel einen 108 Meter langen Stollen von der Nordkurve bis zum österreichischen Elfmeterpunkt getrieben. Der molwanische Mittelstürmer Hacki Faul hatte sich unbemerkt durch den Stollen gearbeitet (getunnelt) und direkt in das leere (s.o.) Tor der Alpenländler verwandelt. Der österreichische Protest wurde vom Schiedsrichter nach kurzem Gespräch mit dem molwanischen Mannschaftskapitän zurückgewiesen. Der Schiedsrichter gab später zur Begründung an, er wolle schließlich seine Familie noch einmal wieder sehen.

Der Rest war Formsache, in der zweiten Halbzeit hielten die Molwanier den Ball in den eigenen Reihen und erstickten die österreichischen Angriffsversuche, indem sie den Stürmern aus Austria bei Erreichen des Strafraums Plastiktüten über den Kopf stülpten.

Endstand 1:0 für Molwanien. Allerdings wurde das Ergebnis nach Spielende am "grünen Tisch" von Sepp Blatter in ein 2:0 für Österreich umgewandelt, weil sich herausgestellt hatte, dass die Molwanier vor dem Spiel größere Mengen des auf der Dopingliste stehenden molwanischen Weines Shtunkh aus der neuen molwanischen Appellation d´Origine Occassionellement Controlee Korr-do-Bah zu sich genommen hatten.

Von der Frau und den Kindern des Herrn Blatter fehlt seither jede Spur.

ni