Fußball-WM 1998 Aktuell >>Archiv
   
 
Bertis Buben im Viertelfinale
"Deutsche Tugenden" gegen Mexiko 2:1

Erneuter Erfolg von Bertis Buben bei der WM. Im Achtelfinale haben Matthäus, Klinsmann, Bierhoff und Co. die Mexikaner mit 2:1 besiegt. Dabei hat es bis zur 75. Minute ganz danach ausgesehen, als ob die Deutschen nach diesem Spiel die Koffer packen und sich von der WM verabschieden könnten. Nach dem 1:0 durch Frauenschwarm Hernandez waren es dann allerdings mal wieder Klinsmann und Bierhoff, die durch ihre Tore den deutschen Sieg sichergestellt haben.

"Es hat mir gefallen, wie meine Mannschaft gefightet hat und bei der Hitze über die deutschen Tugenden ins Spiel zurückgekommen ist," nach dem Spiel Berti Vogts. Genau, Berti, so haben wir das auch gesehen. Erst die deutsche Tugend, dass Andy Köpke ein Eigentor von Lothar Matthäus nur mit grösster Mühe verhindert hat. Dann die deutsche Tugend, dass ein mexikanische Abwehrspieler den Ausgleich durch einen bösen Patzer möglich gemacht hat. Und schliesslich die deutsche Tugend, beim spielentscheidenden Kopfball den Ball richtig getroffen zu haben.

jg


Schauspielerische Glanzleistung
Johannes Baptist Kerner und die WM

Harte Zeiten für die ZDF-Reporter bei der WM. Weil für Spielanalysen ausschliesslich Schwerexperte Kalli Feldkamp zuständig ist, sind alle Live-Reporter verpflichtet worden, während des Spiels auf keinen Fall Gebrauch von ihren eigenen Fussball-Kompetenzen zu machen. Strengstens verboten sind ihnen vor allem spieltaktische Bemerkungen.

Am konsequentesten ist es bislang Johannes Baptist Kerner gelungen, seinen Fussball-Sachverstand zu verbergen. So ist dann zum Beispiel während der Begegnung England - Rumänien von ihm im wesentlichen zu hören gewesen, dass Flügelspiel "schöner anzuschauen" sei, Abseitsentscheidungen durch das Muster auf dem Rasen leichter überprüft werden könnten, das erste Gegentor für die Engländer "schwer zu verdauen" gewesen sei, und wie der ballführende Spieler jeweils heisst. Und überhaupt vermittelt Kerner sehr überzeugend den Eindruck, man habe ihm erst fünf Minuten vor dem Spiel erklärt, dass beim Fussball in der Regel 22 Spieler auf dem Feld stehen, das runde Ding "Ball" heisst, und er froh sein könne, das alles nun endlich begriffen zu haben. Was er dann auch bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit hörbarem Stolz in der Stimme betont.

HEISS&FETTIG zieht den Hut vor soviel schauspielerischer Leistung und journalistischer Pflichterfüllung.

jg


Jeremies von Jugo angespuckt!
Unentschieden im Skandal-Spiel

Im Spiel Deutschland gegen Rest-Jugoslawien zeigte sich erneut, dass sich am Charakter des Balkan - Volkes bis heute nichts geändert hat. Bis zur 70. Minute gelang es den Jugos zwar, mit arglistiger Mittelfeldbeherrschung und heimtückischem Zweikampfverhalten ( auf unserem Bild kann Hamann einen Jugo - Spieler gerade noch einmal davon abhalten, Christian Wörns zu besteigen ) eine spielerische Überlegenheit vorzutäuschen und durch Eigentore von Jens Jeremies und Andreas Köpke zwei Treffer zu ergattern. Dann jedoch dominierten nur noch die Deutschen und erreichten mit zwei exzellent herausgespielten Toren noch den Ausgleich. Zwischen der 70. und der 80. Minute beherrschten sie Ball und Gegner total. Ein Sieg wäre aufgrund dieser Leistung mehr als verdient gewesen. Dann schlug der Jugo jedoch wieder zu: erst spuckte einer ihrer Spieler Jens Jeremies ins Gesicht, worauf dieser die Orientierung verlor und das Tor nicht mehr traf, und dann schoß ein anderer gezielt auf Jürgen Klinsmann, der bewußtlos zu Boden ging. Jetzt hoffen wir, daß es gegen den Perser anständiger zugeht.

hs


Wirbel um Vogts-Äußerung
Deutsche Schützen fühlen sich beleidigt

Mit seinem Ausspruch: „Wir Deutsche müssen dominieren. Wir dürfen nicht wie bei einem Schützenfest der Musik hinterherrennen!“ hat Bundestrainer Vogts helle Empörung bei den deutschen Schützenvereinen ausgelöst. HEISS&FETTIG sprach mit dem Präsidenten des Schützenbundes Wesermarsch, Justus Grieshaber.

HEISS&FETTIG: Herr Schiesshaber...

Grieshaber: Grieshaber!

HEISS&FETTIG: Herr Grieshaber...

Grieshaber: Wir deutschen Schützen protestieren entschieden gegen die diffamierenden Äußerungen dieses Herrn Vogts! Die deutschen Schützen sind keine Ratten, die irgendeiner Musik hinterherlaufen!

HEISS&FETTIG: Aber der Bundestrainer hat doch nur...

Grieshaber: Bundestrainer! Wenn ich das schon höre! Und so ein Mann will Vorbildfunktion haben! Ha!

HEISS&FETTIG: Dieser Vergleich bedeutet doch noch nicht...

Grieshaber: Ich will Ihnen mal was sagen: der Vergleich hinkt! Ein deutscher Schütze rennt nicht hinterher, sondern er bringt die anderen dazu, vor ihm herzulaufen! Notfalls unter Einsatz der Waffe! Deshalb dominiert er nämlich! Als Deutscher - als deutscher Schütze! Alles andere ist Unsinn!

HEISS&FETTIG: Aber müssen die Deutschen denn immer dominieren?

Grieshaber: Die anderen lassen uns ja keine andere Wahl!

HEISS&FETTIG: Aber haben die deutschen Schützen nicht in der Vergangenheit...

Grieshaber: Vergangenheit - wenn ich das schon höre! Wie alt sind Sie eigentlich, junger Mann?

HEISS&FETTIG: In der nächsten Woche werde ich...

Grieshaber: Na, also! Dann schweigen Sie besser!

HEISS&FETTIG:...

Grieshaber: Die deutschen Schützen spielen in unserem Vaterland schon seit Jahrhunderten eine wichtige Rolle! Schließlich sind mehr als 1,5 Millionen Deutsche in einem Schützenverein organisiert! Ohne die Schützenvereine würde die deutsche Jugend...

HEISS&FETTIG: Aber der enorme Alkoholmißbrauch auf deutschen Schützenfesten...

Grieshaber: Paperlapap! Ein gesunder junger Mann...

HEISS&FETTIG: Herr Schiesshaber...

Grieshaber: Grieshaber!

HEISS&FETTIG: Herr Grieshaber, wir danken...

Grieshaber: Bitte, bitte!

hs


Wir gegen die US-Boys 2 : 0

Stimmen zum Spiel:

Bundestrainer Vogts: "Wir hatten ein Durcheinander."

Klinsmann: "Wir hatten ein Loch im Mittelfeld."

Rainer Bonhof: "Wir müssen vorne aktiver werden."

Neue Presse: "Bei Klinsmann klappt's wieder."

La Provence: "Deutschland mit eiskalter Effektivität."

Liberation: "Möller und Klinsmann, die alten Beißer."

Bundeskanzler Helmut Kohl beim EU-Gipfel in Cardiff: "Ich empfinde eine totale Befriedigung über das 2:0 der deutschen Mannschaft. Das war ein Arbeitssieg, der wichtig ist, daß man weiter kommt."

Berti Vogts: "Wir Deutsche müssen dominieren. Wir dürfen nicht hinterherlaufen, wie beim Schützenfest, wo man der Musik hinterherrennt".;

Jürgen Graf (HEISS&FETTIG ): "Für den Anfang gar nicht mal so schlecht!"

Hagen Stolze (HEISS&FETTIG ): "Ziemlich schlecht!"

Helga Bunselmeier (HEISS&FETTIG ): "Wie bitte?"

hs